Freitag, 27. Februar 2015

Blaue Dosen

Es sitzt sich schön - im Henriks in HH
Neulich im Henriks. Derzeit Hamburgs angesagtester sexy Hotspot für die Schönen und Reichen der Hansestadt. Und für uns Hannoveraner natürlich, schließlich ist Wirt Claas Henrik Anklam "einer von uns". Geboren 1975 in Gehrden bei Hannover, wurde er im Georgenhof unter dem großen Heinrich Stern zum Sterne-Koch und ging dann 1996 nach Hamburg.

Schon mittags (das Restaurant ist dann wesentlich quirliger als am Abend) fallen dem Kenner die großen, blauen Blechdosen ins Auge, die hier beinahe an jeden Tisch geschleppt werden. Caviar satt? Beluga Malossol aus der Original-500g-Dose? Eine gewisse Bewunderung, nennen wir es nicht Neid, macht sich beim Betrachter breit...


Hinter dem Kurzgebratenem: Pommes in Dose
Abends (ja, wir sind's schon wieder) dann des Rätsels Lösung. Im Henriks (das freilich tatsächlich einige Gerichte mit Caviar auf der Karte hat - in homöopathischen Dreingaben) wird in den leeren blauen Dosen etwas ganz anderes zum Tisch getragen: Pommes. Die gibt es hier als "Henriks Pommes", lecker aber normal, oder als "Trüffel Pommes", mit ein paar abgeriebenen Flöckchen vom Wintertrüffel (€ 5,90).

Also doch: Caviar satt findet nicht mal mehr in der Stadt der Pfeffersäcke statt. Abgesehen davon, dass der Stör im Kaspischen Meer gar nicht mehr gefangen werden darf (wenn man denn einen fände), sind die Preise astronomisch –selbst "unter der Hand".

Auf dem Freitagsmarkt auf dem Stephansplatz in Hannover wurden uns neulich 500g Osietra  Imperial iranischer Herkunft zur Bestellung angeboten (klingt unwahrscheinlich, ist aber wahr): für € 1.500,-. Wir haben noch die Worte des großen hannoverschen Fabrikanten, Herrenreiters und MB-600-Fahrers Heinrich Meyer-Seipel im Ohr: "Wenn wir's nicht können, der Mittelstand kann's gar nicht!" Aber das waren halt die Siebziger.


Womit wir beim Thema wären: Ist vielleicht Mett der Kaviar des kleinen Mannes (also quasi von uns allen)?, fragt jetzt ICON, der Lifestyle-Blog von Springers Welt. Da heißt es: "Mit Mett verhält es sich in etwa so wie mit Lady Gaga oder Karneval. Man kann es entweder lieben, oder man hasst es. Zwischentöne? Fehlanzeige. Wir lassen Befürworter und Gegner zu Wort kommen."

Zu dem lesenswerten Artikel geht es hier: klick! Guten Appetit!

Montag, 23. Februar 2015

Maßnahmen im Frühling 2015



Ein ganz besonderer Service von Michael Jondral sind die regelmäßigen Trunk Shows. Hier schauen unsere Lieferanten mit ihren Musterköfferchen bei uns vorbei... Aber das trifft es natürlich nicht ganz. Auf den teilweise mehrtägigen Veranstaltungen bekommen unsere Kunden einen tiefen Einblick in die Warenqualität und die Verarbeitung, mit der die besten Manufakturen der Welt aufwarten. 

Wir bieten die Gelegenheit mit Schneidern, Schuhmachern und Designern zu fachsimpeln, oder Ikonen der Szene wie Massimiliano Attolini, Simone Finamore oder Dipl. Ing. Phillip Car persönlich kennen zu lernen. Derart perfekt beraten, wählen Sie garantiert das richtige Bekleidungsstück, das nach Ihren individuellen Wünschen und Präferenzen nach Maß für Sie gefertigt wird.

UNSERE TERMINE IM FRÜHJAHR 2015:

Saint Crispin's
5. März (Donnerstag!) und 6. März.
Inhaber Dipl. Ing. Phillip Car präsentiert die wohl beste Schuhmanufaktur der Welt: 22 hoch- qualifizierte Handwerker erschaffen nicht mehr als 1500 Paar Schuhe im Jahr. Nur in den führenden Geschäften in New York, Toronto, Honk Kong, Seoul, Tokyo, Amsterdam, Mailand - und Hannover!

Cesare Attolini
20. März und 21. März.
Massimiliano und Giuseppe Attolini sind wieder in der Stadt! Die Enkel von Vincenzo Attolini, Erfinder der Giacca Mappina, werden von der ganzen Schneiderwelt für ihre Modelle aus weichen Schultern, hohem Armloch und unglaublicher Bequemlichkeit bewundert. Es sind die BESTEN!

La Vera Sartoria Napoletana
10. April und 11. April
Nadel, Faden, Fingerhut. Diese einfachen Werkzeuge stehen für die ursprüngliche und handwerkliche Schneiderei der Familie Luciano. Vater Orazio, jahrzehntelang Meisterschneider im Hause Kiton, bereist heute mit seinem Sohn Pino die besten Geschäfte der Welt. Seit 2013 nun auch uns.

Finamore 1925
17. April und 18. April
Andrea Finamore ist zu Gast. Er vertritt in vierter Generation die Hemdenschneider mit der feinsten Handarbeit.

...und so geht es im Mai weiter (genaue Termine folgen):

D'Avino
Bespoke Shirts von Fiorenzo Auricchio. Unser Geheimtip aus Neapel!

Sarto in Viaggio
Die Schneider auf Reisen sind nach Berlin und Frankfurt diesmal in München zu Gast.


Wir freuen uns auf Ihren Terminwunsch: mail@michaeljondral.com oder 0511/1697700.

Wenn Sie künftig per Post zu unseren ungewöhnlichen Maßnahmen eingeladen werden möchten, schicken Sie Ihre Adressdaten an gazzettiono@michaeljondral.com!

Sonntag, 22. Februar 2015

Bistecca alla Linden-Süd

Fassone Piemontese

Wir essen unser Bistecca alla fiorentina (Steak nach Florentiner Art), kurz Fiorentina, am liebsten in der Trattoria Sostanza in Florenz. Hier laufen die piemontesischen Rinder, besser als Fassone Piemontese bekannt, praktisch freiwillig in die Küche. Doch Florenz ist weit und die nächste Pitti Uomo noch lange hin. Sehnsucht kommt auf... Da erreicht uns eine kryptische Facebook-Nachricht unseres Freundes Tim Bunge.

Der alerte Gastro-Mozart hat mal wieder eine gute Idee: er bittet zum feinen Fiorentina-Essen! Am 7. März – und zwar originalgetreu. "Das Rind kommt von Sauro und ist entweder die Rasse Valdostana oder auch Fassona, je nachdem was wir ergattern können."

Elektro-Tim
Das klingt verführerisch, aber in welchem Resto dürfen wir uns am Fassone laben? "Mein Freund Ralf Harting und ich haben uns gedacht, wir machen mal etwas so in die Richtung Guerilla Cooking," lässt Tim die Katze aus dem Sack, "das Diner findet statt in einer privaten Wohnung in Linden-Süd und ist beschränkt auf nur 10 Personen."

Ralf Harting ist uns kein Unbekannter, er hat in der Gastwirtschaft Wichmann gelernt und war später u.a. im Basil. Tim Bunge ist kein Koch, aber er kann aber kochen. Sein Credo: "Kochen ist Glückssache, aber nicht jeder Koch hat Glück!"

Lindener Elektro Koeche nennt sich das Duo, denn "gefunden" haben die beiden sich über die Begeisterung zur elektronischen Musik. Und die erklingt auch zum Menü. Nach dem florentinischen Auftakt sollen weitere Food-Raves folgen. Wer aber der Premiere beiwohnen will, sollte sich beeilen: Reservierungen können per Mail an lek@bunge99.de gerichtet werden. Dann erfährt der geneigte Esser auch, WO er sich am Samstag, 7. März um 18:30 einfinden darf.


Das 6-Gänge-Menü kostet inkl. aller Getränke (also auch Wein oder Bier) € 69,00.




Montag, 9. Februar 2015

Klassensystem


Hatten die Leute früher wirklich mehr Klasse als heute? Das fragt sich jetzt der interessante Blog Pulptastic und zeigt "47 Photos that prove people had more class in the past" (reinklicken lohnt sich!).

Hier schon einmal ein paar eindrucksvolle Bildbeweise:

Mädchen auf einem Scooter

Schauspieler auf dem Weg nach San Marco

Emma Peel

Jagdbesucher

Finamore zum 90sten

Zum 90sten Geburtstag der Hemdenschneiderei unserer goldigen Freunde Finamore hat der begnadete Aaron Olzer ein schönes Video gemacht. Die Musik klingt ein bisschen wie The Doors auf Dudelsäcken, aber man kann nicht alles haben... Die Hemden sind schließlich ein Traum.

Dienstag, 20. Januar 2015

Jüdisches Penicillin

Jewish Penicillin

Matzeknödel und Goldene Joich (goldene Brühe), sprich: Hühnersuppe, sind fester Bestandteil der aschkenasischen jüdischen Küche. Als "Matzah Balls" und "Jewish Penicillin" (jüdisches Penizillin) hat diese Wohlfühlküche genauso wie Pastrami, Reuben Sandwich oder Cheese Cake aber auch in New Yorker Delis eine lange Tradition und spätestens seit dem Kinofilm "Harry und Sally" kennen auch die Touristen Katz’s, das älteste jüdische Delikatessenrestaurant New Yorks, das dieses Jahr 120 Jahre alt wird. 

Die hannoverschen Schwestern Sonja und Julia Faber, sozusagen das ökotrophologische Äquivalent zu Alice und Ellen Kessler, bringen die Idee "Deli" jetzt nach Hannover. Schon ihr bisheriges Gastroimperium ersteckte sich sowohl nördlich als auch südlich des Emmichplatz'– im Schatten der Hochschule für Musik und Theater. Für das neue Projekt musste keine neue Location eröffnet, aber ein bestehendes Konzept umgewidmet werden: aus "Zurück zum Glück Terrasse", wo zuletzt nur Veganer ihr stilles Glück fanden, wurde "ZZG Deli".


Sonja und Julia Faber

Der kleine, vollverglaste Pavillion verströmt nun auf Teller und im Kaffeebecher ("free refill") einen Hauch von "Manhattan" und "Broadway Danny Rose". Den jüdischen Akzent setzt nicht zuletzt Piano-Weltstar Igor Levit, der zwischen Konzerten in London, Wien, Berlin und New York (!) seiner Heimatstadt, seiner alten Übungsstätte – der Hochschule – und vor allem den Schwestern Faber, die ihn schon durchs Examen fütterten, immer treu geblieben ist.


Kein Kostverächter: Starpianist Igor Levit

"Dieses Deli bereichert die Stadt ungemein und wird geführt in einer Art und Weise und mit einem Engagement, welches seinesgleichen sucht!" So sprach der Maestro. Und Gazzettino schließt sich an.

Donnerstag, 8. Januar 2015

Im Online-Store


Manche sagen, in nicht allzu ferner Zeit wird das Online-Geschäft den Einzelhandel beherrschen. Wenn wir daran glaubten, könnten meine Mitarbeiterinnen und ich unser Geschäft in der Theaterstraße 13 in Hannover schon heute abschließen.

Der Handel mit Luxusgütern erfordert nämlich eine ehrliche, kompetente Beratung. Der Kunde erwartet hier einen echten Gegenwert für das investierte Geld. Dies gilt in hohem Maße auch für Michael Jondral – wurden wir doch schon kurz nach Unternehmensgründung vor sieben Jahren von EURO, dem Finanzmagazin aus dem Axel Springer Verlag, gewählt auf Platz 1 aller Herrenausstatter Deutschlands – und zwar in den Kategorien “Beratungskompetenz” und “Service”.

Offline-Shopping
In unserem Business agieren Menschen aus Fleisch und Blut, keine Avatare. Wir sind ein echtes Familienunternehmen. Auch unsere Lieferanten sind kleine, inhabergeführte Manufakturen. Deren Eigentümer, zumeist die Gründer oder deren Nachkommen, sind regelmäßig in der Theaterstraße 13 zu Gast, um uns – vor allem aber: unsere Kunden – zu besuchen. So konnten wir so manche deutsch-italienische Freundschaften "stiften". Und als Ergebnis fliegen wir unsere treuen Kunden gelegentlich sogar bis zum Golf von Neapel, wo unsere Hersteller beheimatet sind: in deren Ateliers und in deren Lieblingsrestaurants zum finalen Get-Together.

Seit neuestem “touren” wir durch Deutschland, machen Station in exklusiven Hotels, um auch “extra muros” geneigten Herren eine Handvoll Produzenten zu präsentieren, die hierzulande kaum über Points of Sale verfügen, weltweit jedoch schon einen hervorragenden Ruf genießen. “Sarto in Viaggio” – Schneider auf Reisen – nennen wir dieses Konzept. Unser “Handel und Wandel” ist live. Ist Bewegung. Ist Hören, Sprechen, Sehen, Fühlen, Anfassen. Und dafür wird es nie ein Surrogat im Internet geben.

Online: das Beste aus Italien
Aber was ist DAS? Nach langer “Umbauzeit” verbirgt sich hinter www.michaeljondral.com nun nicht mehr nur unsere normale Homepage und unser Magazin Gazzettino, sondern ein veritabler Online-Store. Mit dem Besten und Exklusivsten, was der Markt diesbezüglich zu bieten hat. WARUM? Nun, man kann ja das eine tun, ohne das andere lassen. Maßanfertigungen oder aufwendige Schneiderteile wird es in unserem Online-Store künftig natürlich immer noch nicht geben. Aber all' das, was wir als Trüffelschweine für Sie ausgegraben haben, soll ab sofort nicht mehr nur in der Theaterstraße 13 im Verborgenen blühen, sondern für alle Aficionados verfügbar sein. In diesem Sinne: Viel Spaß beim Shoppen!

Übrigens: Derzeit befindet sich unser neuer Shop noch in der "Beta"-Phase. Wenn hier und da noch ein Text fehlt, ein Bild nicht richtig sitzt oder das Verpackungsmaterial noch nicht state-of-the-art ist – sehen Sie es uns nach. Im Online-Business sind wir noch eine "Garagenfirma". Doch wer weiß...

Eine Auge auf die schönsten
Accessoires aus aller Welt

Montag, 15. Dezember 2014

Graf Sprezzula, Teil III

Kürzlich waren wir in Berlin. Mit einer Trunkshow, um unsere Partner La Vera Sartoria Napoletana, Saint Crispin's, D'Avino und Viola Milano dem Hauptstadtpublikum vorzustellen. Getrunken wurde auch – immerhin ist Berlin ja auch Restaurant&Bar-Metropole der Republik, aber "Trunkshow" meint
etwas anderes:
Graf Sprezzula
A trunk show is an event in which vendors present merchandise directly to customers at a retail location or another venue such as a hotel room. Typically, clients view the merchandise, place orders, and then wait for the vendor to manufacture and deliver the goods. The term is derived from the common practice of merchandise being transported to these events in trunks (Quelle: Wikipedia).
Es hat uns allen sehr viel Spaß gemacht und das Hotel Das Stue war ein fantastischer Gastgeber. Unsere nächste Trunkshow "Sarto in viaggio" wird im Februar in Frankfurt stattfinden.

Dem Blogger Gunnar Berendson (früher selbst in Frankfurt jetzt am schönen Chiemsee beheimatet) passt das alles gar nicht, wie wir gestern bereits berichteten (Link). In seinem Verlautbarungsorgan für Langsam-Träger, "Slow Wear", wurde er ganz nachdenklich:
"Das Rätsel, ob Theaterdirektoren, die in ihrem Haus keine Gäste mehr haben, einen Wanderzirkus eröffnen sollten, können wir mangels fachlicher Eignung nicht lösen. Eine Frage die sich hier aber schon stellt: Wie sehen andere Handelspartner, beispielsweise die des transsilvanischen Schuhmachers St. Crispins, den Besuch des fliegenden Händlers in ihrer Stadt?"
Und so weiter, und so weiter... Ehrlich gesagt, verstehen wir die ganze Aufregung nicht. Und so ergeht es vermutlich jedem, der erst jetzt von diesem abseitigen Scharmützel in einem drittklassigen, selbstreferentiellen Internetforum erfährt. Es läge nahe, seine altklugen Attacken aus dem Schatten des privaten Blogs abzutun als das, was sie – wie Die Ärzte es formulieren würden – vermutlich in Wirklichkeit sind: nur ein stummer Schrei nach Liebe. Wären da nicht die Foranten, die Herren, die Gunnars Beitrag im anschließenden Forum ganz entschieden kommentieren.

Denn hier offenbart sich dann die hässliche, die unappetitliche Seite der hiesigen "Gentlemen"-Fraktion, die unter Klarnamen immer gerne Auskunft zu ihrem OOTD gibt, aber die sich versteckend unter Pseudonymen wie "Monsieur Charlemagne", "Shoeshine", "Wearwolf", "Bembel" oder "Modezar" alle Hemmungen fahren und dem offenbar sehr tief sitzendem Frust nur noch freie Bahn lässt:   
· "Michael Jondral hat aber auch etwas von Transsilvanien – ist das nicht Graf Sprezzula?"
· "Der Herr kann reisen wohin er will, ich würde diesen Wanderzirkus nicht besuchen."
· "Die Karriere vom Verkäufer zum Stilpapst ist eine freie Erfindung."
· "Sartoriales Dschungelcamp."
· "Kasperltheater aus der Hannoveraner Puppenkiste!"
(Wir haben uns erlaubt, die orthografischen Fehler der Autoren zu korrigieren).
Assis! Aber was will man machen. Man kann nicht duschen ohne nass zu werden: Auch wir schätzen das Internet für unsere Kommunikation und unserem Handel&Wandel; seit ein paar Tagen sind wir mit eigenem Online-Store unterwegs. Deshalb müssen wir wohl auch die Kehrseite der Medaille hinnehmen, nämlich dass ein Unternehmer, der sein in 30 Jahren in der Branche erworbenes Know-How, sein geistiges Eigentum, sowie den Kapitalstock seiner und der vorangegangenen Generationen in das eigene Geschäft investiert hat, sich im Netz präpotente Flapsigkeiten gefallen lassen muss von anonymen Heckenschützen, die das offene Visier scheuen.

Gunnar Berendson ist nicht nur Donald Duck-, sondern auch Captain Kirk-Fan. Wir mussten in den letzten Tagen eher an Mr. Spock denken: faszinierend! Aber irgendwie gar nicht unsere Welt.

Vorsicht, die Hessen kommen

"Michael Jondral hat aber auch etwas von Transsilvanien – ist das nicht Graf Sprezzula?" (Zitat aus dem Frankfurter Blog "Slow-Wear")


Seit einigen Tagen werden wir "im Internet" beleidigt, verhöhnt, der Lächerlichkeit preisgegeben. Wenn die Augenhöhe passte, könnte man gar von geschäftsschädigendem Cyper-Mobbing sprechen.  Aber erwähnenswert bleibt der Vorfall auch so allemal, spielt er doch vermeintlich in der Welt der stilvollen Lässigkeit und des erhabenen Laisser-faire. Aber der Reihe nach...

Vor Jahren gründeten ein paar nicht gerade überbeschäftigte PR-Berater aus dem Raum Frankfurt/Main einen Blog über Herrenmode. Sie nannten ihn halborginell "Slow Wear"– in Anlehnung an die sektiererische Fressgilde Slowfood. Im Laufe der Zeit lichteten sich die Reihen der Autoren und Meinungsbildner und übrig blieb schließlich der Gründer, Gunnar Berendson, der Mann, der in seinem eigenen Fragebogen als seine Stilikone "Donald Duck" angibt.

Jetzt "berichtete" Gunnar unter seinem Alias "Edelardo Feinolini" (?!) über unsere Trunkshow in Berlin im Hotel Das Stue. Hier hatten wir gemeinsam mit unseren Partnern Pino und Orazio Luciano von La Vera Sartoria Napoletana, Phillip Car von Saint Crispin's, Fiorenzo Auricchio von d'Avino und Tom Nathaniel von Viola Milano interessierten Herren in der Hauptstadt Gelegenheit gegeben, einmal in Kollektionen 'reinzuschnuppern, die es dort noch nicht gibt. 

Unser Event war bewusst ganz laid-back. Keine lokale Werbung in Berlin, keine Mailings, lediglich Hinweise in den sozialen Medien unserer Partner und auf unserer eigenen Facebook-Seite. Wir haben nicht den Ehrgeiz und die Hybris, die Branche sprengen zu wollen, wir möchten nur mit der gebotenen Gelassenheit und Bescheidenheit, die uns schon in der hannoverschen Heimat zu kleinem Erfolg geführt hat, einmal neue Wege der Distribution und Kommunikation ausprobieren. Nächste Station unseres "Sarto in viaggio" wird sein: Frankfurt.

Allerdings hatten die fünf Reisenden die Rechnung ohne IHN gemacht: den Frankfurter Edelardo Feinolini, selbsternannter Wettbewerbshüter und Chefökonom des deutschen textilen Einzelhandels. Dieser, der Handel, so der Donald, geriete, "nun zusätzlich zu den (ungelösten) Herausforderungen des Internets durch eine neue Dimension des Wettbewerbs aus den eigenen Reihen an der Heimatfront unter Druck".

Wehmütige Gedanken an Graciano "Rocky" Rocchigiani kamen in uns auf – und vielleicht machen wir demnächst ihn zu unserer Stilikone. Rocky pflegte in solchen Fällen stets zu sagen: "Geh und quatsch den Schrank voll!" Er kannte noch nicht Blog und Blogger und nicht Gunnar Berendson. Letzterer verbittet sich jedenfalls strikt solche Alleingänge wie den unseren, spricht von "Gebietsschutz", "Wanderzirkus", "sich von Hotel-zu-Hotel hangeln"... Nein, so nicht!

Warum Herr Berendson sich berufen fühlt, die hiesige Herrenmodeszene zu kommentieren oder gar zu beurteilen – sei es soziologisch oder ökologisch – bleibt ein Rätsel. Sein Antichambrieren bei verschiedenen Einzelhändlern zwecks Betreuung derer Aktivitäten in "social media" blieb ungehört und der einzige verbriefte Kontakt seiner Clique zur Szene war und ist ein verlorener Prozess gegen den Schuhmacher Saint Crispin's ("Transsilvanien!"), dessen Waren man (mangels Masse?) nicht bezahlen wollte, der dann aber letztlich qua Gerichtsurteil "das teuerste Paar Schuhe unserer Firmengeschichte" an Donald, bzw. Trick, Tick und Tack ausliefern konnte.

Gunnar ist bestimmt kein übler Kerl. In seiner Blog-Rubrik "Sieben auf einen Streich" beantwortet er Fragen nach Anzüge sind? ("...aus Neapel") oder Frauen sollten? ("...nicht für Männer einkaufen") sympathisch und entspannt. Doch selbst unsere Kollegen aus der schönen Main-Taunus-Region (die wir demnächst heimsuchen) bestätigten uns in den letzten Tagen per Mails, dass die schlechte Laune des Stil-Bloggers, dem offenbar sein Stil abhanden gekommen ist, nur noch nervt.

Zuletzt verlor sich Gunnars Spur denn auch nicht mehr in Frankfurt, sondern im Frühnebel der Region Südostoberbayern. Hier PR-bloggt er jetzt fleißig für "mehr Unternehmen, mehr Süden, mehr Leben". Und mehr Käse. Unlängst besuchte er den Anderlbauer in Frasdorf – wer kennt ihn nicht – und befand: "Alle Produkte sind außerdem garantiert ohne Zusatzstoffe, gentechnik- sowie laktosefrei. Die verwendete Milch stammt entweder von den eigenen Tieren oder von Bio-Bauern aus der Umgebung." Also ganz bestimmt nicht von Michael Jondral oder aus Transsilvanien.

Aufmerksame Leser werden an dieser Stelle fragen: "Jetzt wissen wir immer noch nicht, warum Michael Jondral der Graf Sprezulla ist!" Stimmt! Dieses Geheimnis lüften wir erst morgen im dritten und letzten Teil: "Kasperltheater aus der Hannoveraner Puppenkiste!" – wie Gentleman-Foranten im Schutz der Internetanonymität zu kleinen Nervensägen werden.


Samstag, 13. Dezember 2014

Der Graf Sprezzula

Seit einigen Tagen hat Michael Jondral einen neuen Spitznamen: Graf Sprezzula. Warum ist das so? GAZZETTINO klärt auf. Doch zunächst einmal begeben wir uns auf Spurensuche...


Aus den sagenumwobenen Karpaten, die wir alle in jungen Jahren zumindest in unseren unruhigen Träumen besucht haben – als Reisegefährte von Roman Polanski und Sharon Tate –, aus dem tiefen Rumänien also kommen nicht nur die vielleicht besten Schuhe der Welt, Saint Crispin's, die in den letzten Jahren vielen lieb (und manchen Zechprellern notgedrungen sogar richtig teuer geworden sind), sondern auch diese finster-eleganten Grafen in ihren schwarzen Frack-Capes.

Uns ist der liebste der Graf Zahl, der in der Sesamstraße zur Berühmtheit erlangte. Er wird im Amerikanischen "Count von Count" genannt. Seine Lust am Zählen verrät die unbeschwerte Kindheit und eine gelungen angewandte Pädagogik. Im reifen Mannesalter kommt ihm nun zu Gute, dass er auch mal 1 und 1 zusammenzählen kann – heute eine selten gewordene Fertigkeit. 

An einem anderen, nicht weniger mythischen Ort, als die Karpaten es sind, nämlich in Entenhausen, gilt der einzige Bewohner mit einem Faible fürs Zahlenwerk gleich als Aussenseiter: es ist "Onkel" Dagobert. Sein Neffe ist Donald Duck – er wurde ursprünglich als Gegenstück zum cleveren Micky Maus erfunden und hat die Rolle des notorischen Pechvogels inne. 

Immerhin bleiben dem "Pechvogel" Donald ja noch seine bezaubernden Neffen, die Drillinge Tick, Trick und Track, sowie seine schöne Verlobte Daisy Duck, die freilich auch von Gustav Gans aufs heftigste umschwärmt wird.

Dennoch: Donald ist – wie Graf Zahl – Dreh- und Angelpunkt in seiner kleinen Welt. Aber wie muss es wohl all' den Donalds in unserem richtigen Leben ergehen, die – ohne eine Daisy und ohne Neffen – ständig nur dabei stehen dürfen? Life and work – immer nur in progr...?  

Ist Frust da nicht vorprogrammiert?  Lesen Sie dazu morgen unseren Report: "Ente Feinolini beim Anderlbauer und auf fatalen Abwegen."

Freitag, 5. Dezember 2014

Der Niki


Niki kommt! Wer, wie wir, seit Jahren Hand in Hand mit dem Nikolaus zusammenarbeitet, der darf ruhig "Niki" zu ihm sagen. Morgen ist er wieder da! Und wir geben jedem Kunden 30% Rabatt auf ein Kollektionsteil nach Wahl. Einfach das Code-Wort "Niki" an der Kasse aufsagen – und 30% Rabatt sparen.

Montag, 27. Oktober 2014

Sarto in viaggio


Michael Jondral aus Hannover zählt zur Elite der europäischen Herrenausstatter. Aficionados wie Hersteller schätzen den Rat des alerten Herrenmode-Experten. Jetzt geht Michael Jondral erstmals auf Reisen: Sarto in Viaggio. Erste Station ist Berlin, das wunderbare Hotel Das Stue.

27. - 29. November 2014
Drakestraße 1 · 10787 Berlin

Im Pop-Up-Showroom: La Vera Sartoria Napoletana. Orazio Luciano war einst Schneider bei Kiton. In Berlin zeigen er und sein Sohn Pino ihre traumhafte Kollektion mit einem Preis-Leistungs-Verhältnis, das einmalig ist (ab 1.700 €).

Saint Crispin‘s aus Wien gilt als bester Maßschuh schlechthin. Seine Maßkonfektion steht dieser Qualität jedoch kaum nach. Designer und Inhaber Phillip Car wird ebenfalls persönlich anwesend sein (ab 1.000 €).

Tom Nathaniel präsentiert seine Manufaktur Viola Milano – Krawatten und Accessoires nach Ihren Wünschen (ab 100 €).

Fiorenzo Auricchio aus Neapel schneidert ein einzigartiges Hemd, das an 25 Punkten von Hand zusammengefügt wird. D‘Avino – es gibt nichts besseres (ab 400 €).

Machen Sie Ihren Termin für eine Maßnahme oder kommen Sie einfach so vorbei und lassen sich beeindrucken.

Kontakt: sartoinviaggio.com oder 0511/1697700.

Mittwoch, 24. September 2014

Mount Everest

Der überaus lesenswerte Blog Parisian Gentleman hat jetzt das Ergebnis seines 2014 Ready-to-Wear Men's Suit Review vorgelegt. Hieraus zitieren unten wir den "Testbericht" über Cesare Attolini, "the Mt. Everest of Neapolitan tailoring"... 

Denn nicht zu vergessen: auch wenn unsere Kunden überwiegend maßgefertigte Anzüge von Cesare Attolini bevorzugen – das ein oder andere gute Stück "von der Stange" hätten wir bei uns in der Theaterstraße 13 für Sie hängen!

ATTOLINI
The Mt. Everest of Neapolitan tailoring
From 4500 to 8000€
CESAREATTOLINI.COM

Cesare Attolini is one of those luxurious handmade RTW brands, like Kiton and Brioni, that actually retails for a higher price than a bespoke suit.

Of those three stratospherically-priced brands, Attolini is perhaps the most beautiful, and the one that feels the nicest to wear. It’s a little known fact that Attolini also make suits for other brands — you can look for their trademark yellow sizing label inside the trousers, to identify whether some other high-end Italian RTW suit are actually being made by Attolini — e.g. Luciano Barbera Sartoriale is made by Attolini, among others (Gianfranco Ferre may have used Attolini also at one point, TBC).

The wonderful handmade construction and details of the Attolini topline are on par with bespoke, which can explain the high retail price. The style of the Attolini suit is the most perfect example, in RTW, of the wide lapel, high gorge, natural shoulder and 3 roll-2 look that you can only usually find in contemporary Italian bespoke.

It’s as if Attolini took all the elements from the perfect Neapolitan bespoke suit and made them available as RTW.

++ : Amazing contemporary Italian styling that’s hard to find outside of bespoke.
- – : Stratospheric Prices.

© Parisian Gentleman

Donnerstag, 18. September 2014

Saint Crispin's

Nur zur Erinnerung: unsere Trunkshow mit Saint Crispin's beginnt diesmal bereits am Donnerstag! Ab heute vormittag ist Dipl.-Ing. Phillip Car bei uns zu Gast!







Freitag, 12. September 2014

Ein Tweedsakko für Signore Godot

Diese Herren warten auf Sie! Michael Jondral und seine neapolitanischen Gäste Giuseppe Attolini und Vincent Villa möchten Sie im Rahmen einer Trunkshow mit CESARE ATTOLINI noch bis morgen Abend mit den Vorzügen  der "besten Schneider der Welt" vertraut machen.

Und die neuen Stoffbücher mit feinstem Kaschmir oder Tweed sind garantiert auch nicht so quälend langweilig wie so mancher Beckett. Allora!